Tag Archives: Strategie

Loading
loading..

Die 6 größten Fehler beim Link Building – und wie Sie diese vermeiden

Obwohl Google immer besser versteht, was Inhalte einer Webseite wirklich sind, spielen Links weiterhin eine zentrale Rolle für das Ranking.

5.2.2015
Andreas Graap

Google wertet Links und deren Ankertexte weiterhin als Faktoren in der Berechnung seiner Ergebnisseiten mit ein. Google verfolgt dabei folgende Grundsätze, zum Schutz seines Link-Ökosystems:Die 6 größten Fehler beim Link Building -1

  1. Links sollen das Netz verbessern, anstatt Nutzer irrezuführen
  2. Links muss man sich als Webmaster verdienen
  3. Manipulation ist verboten und wird mit Benachteiligung im Ranking geahndet

Das erwartet Sie in diesem Artikel: 

  • Handfeste Regeln, um Fehler im Linkbuilding zu vermeiden
  • Nützliche Hintergrund-Informationen über die Link-Politik der Suchmaschine
  • Negativ-Beispiele und häufige Taktiken, die Linkbuilding zum Risiko machen

Es gibt keine schlechten Links, nur falsche Strategien 

Zunächst ist ein Link einfach nur das: Ein Stück HTML-Code mit seiner sehr beschränkten Aussagekraft. Ob Google einen Link nun als vertrauenswürdig zählt, hängt vor allem von der Summe dieser Verweise im Netz ab – reine Statistik. Kein Wunder, dass sogenannte SEO-Experten früher darauf geschworen haben, beim Linkbuilding müsse vor allem das “Linkprofil” stimmen. Sie meinten damit eine ausgewogene Zahl an Links von Seiten verschiedener Kategorien – etwa aus Kategorie A (nennen wir sie Bookmark-Verzeichnisse), aus Kategorie B (Blogs, Links aus dem Content) und aus Kategorie C (nennen wir sie Artikelverzeichnisse). Schon immer haben SEO-Beauftragte versucht, das Ergebnis zu manipulieren, das erfolgreiche Seiten von den weniger erfolgreichen trennt. Diese Denkweise muss heute über Bord werfen, wer beim Linkbuilding keine riskanten Fehler machen möchte.

Ja, wir können Einfluss auf die wertvollen Verweise nehmen, aber halten uns an die Spielregeln. Das bedeutet vor allem, gutes Marketing zu machen. Es gibt hunderte von Linkbuilding-Strategien, und es sind sicher viele gute dabei. Sie müssen aber nicht alle diese Strategien kennen. Es reicht, die erfolgsweisenden Spielregeln für das Marketing mit Links zu kennen, um mit einer eigenen Strategie im Ranking zu punkten.

Beherzigen Sie diese Regeln:

  • Vorsicht bei Links, die Sie unmittelbar kontrollieren
  • Nehmen Sie Abstand von skalierbaren Linkbuilding-Taktiken
  • Hüten Sie sich vor automatisierten Links
  • Bemühen Sie sich nicht um die Manipulation von Ankertexten
  • Setzen Sie nicht auf Footer-Links und andere schwache Verweise
  • Behandeln Sie Site Wide-Links mit Vorsicht

Vorsicht bei Links, die Sie unmittelbar kontrollieren

Links, auf die Sie als Webmaster unmittelbar Einfluss haben, können für Googles Algorithmus potentiell eine Gefahr darstellen. Es ist aber zum Beispiel kein Problem, von Ihrem Blog auf ein anderes Ihrer Projekte zu verweisen, wenn Sie folgende Tipps beherzigen: 

  • Wenn Sie von einer eigenen Webseite zu einer anderen eigenen Seite verweisen, versuchen Sie bitte nicht, mit Linktexten zu manipulieren. Verlinken Sie so, wie Sie auch auf eine fremde Seite verweisen würden.
  • Verlinken Sie auch nur dann, wenn der Verweis für den Nutzer weiterführende Informationen oder verwandte Inhalte bietet.
  • Ihre Links werden dann zur Gefahr für die Integrität Ihrer Rankings, wenn Sie heimlich auf eine andere Ihrer Webseiten verweisen, zum Beispiel mit exakten Keyword-Ankertexten und an Stellen, an denen der User keine Links erwarten würde. Entscheiden Sie sich im Zweifel für einen Link auf eine andere Seite, die mehr Informationen bietet oder erweitern Sie Ihre Inhalte, um vor Google und Nutzern einen Link zu rechtfertigen.

Wir erinnern uns: Google wertet Links als Empfehlung. Wenn Sie simulieren, dass Webseite A einen Inhalt von Webseite B empfiehlt, obwohl es keinen wirklichen Zusammenhang und Mehrwert bietet dann ist das keine echte Empfehlung. In Summe sind solche Verlinkungen ein riskantes Spiel mit echten Chancen auf Abstrafungen durch die Suchmaschine.

Wer es drauf ankommen lassen möchte, sollte zumindest diese Regeln befolgen: 

  • Verlinken Sie niemals nur mit harten Ankertexten
  • Mischen Sie die Linktexte an verschiedenen Stellen so, als würden Sie die Seite eines Fremden verlinken.
  • Achten Sie darauf, dass der verlinkte Inhalt Ihrer Seite einen echten Mehrwert für Nutzer bietet. Optimieren Sie Ihren Content so, dass er auch organischen Traffic erhält, ohne zusätzliche Links. Hintergrund: Google erkennt immer besser die tatsächliche Qualität von Inhalten und deren Mehrwerte für Nutzer. Miserable Inhalte werden prinzipiell nicht verlinkt; außer, jemand hilft nach. Und dieses Bild wollen Sie ja gerade nicht abgeben.

Nehmen Sie Abstand von skalierbaren Linkbuilding-Taktiken

Strategien zum Linkaufbau, die mit wenig Aufwand und durch Wiederholung immer wieder durchgeführt werden können, tragen das Risiko in sich, von Google als Spam erkannt zu werden. Im besten Fall wirken die einseitigen Aktionen (zum Beispiel der früher beliebte Pingback-Spam) nach kurzer Zeit nicht mehr. Im schlimmsten Fall verhängt Google eine algorithmische oder manuelle Abstrafung Ihrer Seite. Die fällt dann zu den kritischen Begriffen auf Ergebnisseite 10 oder noch weiter zurück.

Auch aufwendigere Taktiken, wie zum Beispiel das exzessive Setzen von Links in Diskussionsforen, kann schnell zum Ranking-Crash und zu faktischer Geldverbrennung führen. Wenn Sie zum Beispiel mit Linkaufbau die Webseite einer Arztpraxis optimieren, kann die Vorgehensweise nicht dieselbe sein wie die beim SEO eines Software-Portals.

In der jüngsten Vergangenheit hat sich Google zum Beispiel kritisch zum Linkaufbau mit Gastbeiträgen geäußert. Viele SEO-Agenturen waren – getrieben von immer weniger Spielraum im Google-Code – dazu übergegangen, im Namen ihrer Kunden massenhaft Gastbeiträge an Blogs und andere redaktionelle Angebote zu senden. Schnell wird durch solche einseitigen Taktiken klar, dass es hier nur um die Manipulation der Suchmaschine mittels Links gehen kann. Googles Warnung, Gastbeiträge nicht für das Linkbuilding zu verwenden, sollte man aber nicht zum Anlass nehmen, in ein anderes Extrem zu verfallen. Gastbeiträge oder Beiträge in Diskussionsforen sind erstklassige Möglichkeiten, Nutzern Mehrwert zu bieten und damit auch Werbung für die eigene Sache zu machen. Auch mit Links! Aber als skalierbare Taktik taugen solche Maßnahmen gar nichts, und Werbetreibende stehen damit schnell im Verdacht, den Algorithmus manipulieren zu wollen. 

Die 6 größten Fehler beim Link Building -2
Hüten Sie sich vor automatisierten Links

Was für skalierbare Linkaufbau-Taktiken gilt, zählt natürlich auch für Automatisierung. Jede Taktik zum automatisierten Aufbau von Links wird Ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit in kurzer Zeit zum Verhängnis. Im besten Fall sind automatisierte Aktionen zum Aufbau von Links nur unwirksam und werden von Google ignoriert. Im schlimmsten Fall gilt auch hier: Abstrafung und Ranking-Verlust für den, der Links nur für den Google-Bot erzeugt, nicht für die Nutzer.

Bemühen Sie sich nicht um die Manipulation von Linktexten 

Gutes Marketing führt ausnahmslos auch dazu, dass andere Seiten Sie verlinken. Manche Stimmen erklären das Ergebnis so einer nachhaltigen Strategie wieder mit dem Modell des natürlichen Linkprofils. Und so weit weg sind sie damit von der Wahrheit nicht. Denn die Suchmaschine kennt sehr wohl die Statistik von Seiten, die massenweise natürliche Links erhalten, eben als Empfehlung des verlinkten Inhalts. Wenn Sie in Ihrer Kampagne aber versuchen, Einfluss auf die Ankertexte zu nehmen, mit denen andere Seiten auf Sie verlinken, brechen Sie unter Umständen aus diesen statistischen Erfahrungswerten der Suchmaschine aus.

Wie unterscheiden sich Linktexte überhaupt?

Ein Ankertext kann exakt mit einem Suchbegriff übereinstimmen. Zum Beispiel kann der Linktext aus dem Keyword “Kredit-Vergleich” bestehen. Das ist jedoch mittlerweile sehr riskant und sollte nur in ganz geringem Maße von externen Seiten eingesetzt werden. Dagegen stellt ein interner Link mit solch einem “harten” Ankertext kein Problem dar und ist sogar zu empfehlen. Dann gibt es noch die teilweisen Übereinstimmungen in Ankertexten, wie etwa “Vergleich von Krediten”. Und natürlich die Ankertexte, die einen Markennamen enthalten oder einen ganz anderen Begriff, der dem Nutzer zeigen soll, worum es sich bei diesem Link handelt (sofern das für den Nutzer im Kontext des Absatzes nicht ohnehin klar ist). Die Seite andreasgraap.de wurde zum Beispiel mit den folgenden Ankertexten verlinkt:

Die 6 größten Fehler beim Link Building -3
Wer eine nachhaltige Kampagne zum Linkaufbau durchführt, verdient mit seiner Seite natürliche Links, die von Google auch als solche erkannt werden. Das Link-Profil der Seite zeichnet sich dann durch verschiedene Ankertexte aus, mal mit Name der Seite oder Marke, mal ohne. Deshalb sei an dieser Stelle nochmals erwähnt, wie wichtig es ist, auf den Ankertext externer Links nicht direkt Einfluss zu nehmen. Zum Beispiel bei der Ansprache von Journalisten, Bloggern und Webmastern auf keinen Fall bitten, doch einfach mit dem Suchbegriff “Kredit-Vergleich” auf die eigene Seite zu verweisen. Google kann solche Tendenzen negativ werten.

Die 6 größten Fehler beim Link Building -4

Wer ohne Risiko Einfluss auf die Ankertexte seiner Backlinks nehmen möchte, kann das generell mit seinen Inhalten steuern. Auch der Name einer Webseite oder eines Unternehmens kann andere dazu einladen, bestimmte Suchbegriffe beim Verlinken zu verwenden.

  • Zum Beispiel könnte ein Finanzportal den Beratungsservice “Kredit-Kompass” ins Leben rufen, hinter dem ein besonders komfortables Beratungsangebot oder eine praktische Info-App steht. Verlinkende Seiten werden – sofern Sie Ihr Angebot erfolgreich vermarkten – sehr häufig mit diesem Begriff auf Ihre Zielseite verweisen, der das wertvolle Keyword “Kredit” enthält.
  • Manche Stimmen raten sogar dazu, den Unternehmensnamen mit einem entsprechenden Suchbegriff zu wählen. Wer so weit geht, ordnet dem SEO aber ganz schön viel unter. Reine SEO-Erwägungen sollten niemals zulasten der Marken-Identität oder Wahrnehmung der Zielgruppe gehen.
  • Verlinken Sie intern, also innerhalb Ihrer Dokumente und Seitenbereiche mit entsprechenden Suchbegriffen, um andere Webmaster beim Referenzieren zu ähnlichen Linktexten zu verleiten.
  • Verbessern Sie bei Besuchern Ihrer Webseite, bei Gesprächspartnern und bei Kunden sowie Geschäftspartnern die Wahrnehmung für Suchbegriffe, die besonders wichtig für Sie sind. Verwenden Sie diese Begriffe bewusst in E-Mails, in Telefonaten, auf Vorträgen oder Webinaren. Sie erhöhen damit allgemein die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Unternehmen in Kombination mit diesen Begriffen genannt wird – auch im Internet.

Setzen Sie nicht auf Footer-Links 

Links aus dem Fußbereich einer Webseite werden seltener geklickt und vom Nutzer kaum wahrgenommen. Warum also sollten diese Links bei Google hoch im Kurs stehen? In der Erfahrung eines Nutzers spielt vor allem der inhaltliche Bereich einer Webseite eine Rolle. Weder Footer-Links anderer Seiten noch interne Links Ihrer eigenen Seite sollten der Rede Wert sein. Footer-Links schaden nicht, wenn sie nicht offensichtlich zur Manipulation erstellt wurden – zum Beispiel, indem sie mit exakten Keywords als Linktexte auf eine Seite zielen. Wenn Sie in tiefere Bereiche Ihrer Webseite verlinken wollen, nutzen Sie dafür die Navigation oder den redaktionellen Bereich. Wenn andere Seitenbetreiber einen Link auf Ihre Seite setzen, ist es erstrebenswert, diesen Link aus einem Bereich der Seite zu erhalten, der auch von Nutzern geklickt wird. Links, die Traffic auf Ihre Seite bringen, stehen unter dem positiven Verdacht, besonders stark in der Berechnung der Suchmaschine zu wirken

Die 6 größten Fehler beim Link Building -5.

Vermeiden Sie Site Wide-Links

Die Web Spam-Filter von Google sind besonders anfällig für seitenweite Links auf Ihre Webseite. Erstrebenswert ist es also nicht, zum Beispiel einen Link aus dem Footer (wie eben beschrieben) oder der Blogroll einer anderen Seite auf Ihr Angebot zu gewinnen. Eher stehen solche Links unter besonders strenger Beobachtung der kritischen Google-Algorithmen. Wenn Sie einen Blog haben und sich mit anderen Betreibern über die Blogroll vernetzen, ist das ganz natürlich und völlig ok. Aber als Betreiber eines Online-Shops oder einer Corporate Website sollten Sie sich auf den Gewinn von Links konzentrieren, die Ihre Seite als Empfehlung für ein bestimmtes Thema deklarieren – etwa im redaktionellen Teil einer Seite, auf der Ihre Zielgruppe häufig unterwegs ist.

Zusammengefasst: So vermeiden Sie Fehltritte im Linkbuilding

Google legt Ihnen im SEO und Online-Marketing keine Steine in den Weg, wenn Sie nicht manipulieren und Nutzer sowie die Google-Bots in die Irre führen. Nicht zurecht fürchten sich Webmaster zum Beispiel, wenn sie zwischen mehreren eigenen Projekten verlinken – solange die Links Sinn machen und dem Nutzer eine Empfehlung für weiterführende Inhalte geben, sind Links eine Bereicherung sowohl für die gebende als auch die empfangende Seite. Die meisten Fehltritte im Linkbuilding und daraus resultierende Abstrafungen passieren, wenn Marketeers tricksen wollen. Um im Einzelfall sicherzugehen, nicht unter Verdacht von Manipulation zu geraten, reicht oft diese Frage an sich selbst: “Würde ich diesen Link auch wollen, wenn es die Suchmaschinen nicht gäbe?” Skalierbare Taktiken oder gar Automatismen zum Generieren von Links können nur scheitern. Denn sie stellen das Prinzip des Links als Empfehlung infrage und werden von Google immer besser erkannt und gezielt unschädlich gemacht. Das kann im Extremfall die Existenz eines Unternehmens gefährden, das auf Traffic von Suchmaschinen angewiesen ist.

 

Marketing hilf! Von Werbung, Menschen und den Dingen dazwischen.

Am Anfang war das Wort, dann kamen die Medien.

30.10.2014   
O. Marquardt

Werbung ist jetzt überall. Sie umlagert uns. Sie nervt. Das ist das Problem. Warum mir gute Werbung fehlt und viele Markenstrategien keine sind.

Der Mensch steht bereits lange im Mittelpunkt der Werbung. Schon bei den Ägyptern war die Gunst des Käufers vom guten Ruf des Verkäufers und der mündlichen Weitergabe seiner guten Leistungen abhängig. Am Anfang war also das Wort. Erst später kamen die medialen Kanäle dazu. Zuerst waren es Bücher und Schriftstücke. In den letzten Jahrhunderten folgten Plakate, Zeitungen und reihenweise Schriftzüge an den Häusern, später dann sogar reichweitenstarke Medien, die Werbebotschaften in fast jedes Haus trugen. Vom Siegeszug des Radios, vollen Kinos und romantischer Leuchtreklame, über die Hochzeit des Fernsehens, bis zum absoluten Zenit: Weltweite Echtzeitkommunikation. Möglich aus jedem Winkel der Welt, zu jedem Zeitpunkt. Begeben wir uns in die spannende große Welt der Werbung.

War Werbung nicht Handwerk?

War Werbung ursprünglich reine Mundpropaganda, hat sich aus der gezielten Weitergabe von werbischen Inhalten ein systematischer Wirtschaftszweig entwickelt. Inzwischen ist Werbung ein sehr diffiziles, psychologisches Handwerk, das viel Verständnis der zwischenmenschlichen Kommunikation als Solche voraussetzt. Wissen und Empathie sind also Wirkungsvorraussetzung. Die große Herausforderung der Werbung war schon immer der Mensch und seine Eigenschaften. “Kenne Deine Zielgruppe wie Dich selbst” war schon immer der Leitsatz für Wirkung in der Werbung. Inzwischen reicht das aber nicht mehr.

Marketing hilf Von Werbung

Bild: Marquardt & Compaigne

Die totale emotionale, mediale und materielle Übersättigung.

Grundsätzlich sollte man bei der Werbung von heute beachten, dass es keine Werbung mehr sein darf. Wir haben in Deutschland nicht nur über 20 Millionen Rentner, die mit den vielen verschiedenen, grellen Botschaften nichts anfangen können. Wir sind längst ein Volk total übersättigter Individuen, die wir in unserer modernen Kommunikationswelt psychologisch täglich an unsere Grenzen gebracht werden. Ob alt oder jung. Kommunikation ist schnell, sie ist überall, sie ist rücksichtslos. Aber nicht nur das. Sie ist für viele unverzichtbar geworden. Wer kennt nicht (noch) den Moment, wo man vor dem Schlafen zögert und sein Handy lieber anlässt. Man könnte nicht erreichbar sein und etwas verpassen. Und auch ohne Handy erreichen uns still und heimlich Emails oder Posts im Socialweb, die früher oder später gelesen werden wollen. Dazu buhlen hunderte von Fernseh- und Radiosendern um unsere Aufmerksamkeit. Und überall wo Kommunikation ist, ist heute auch Werbung. Das führt zu teilweise irrsinnigen Entwicklungen.

…!?

Da alle um Aufmerksamkeit schreien, gilt oft die Devise: Wer mir heute nicht zuhört, wird mir morgen zuhören. Und wenn er dann immer noch nicht zuhört, dann penetriere ich ihn übermorgen nochmal. Ganz nach dem Motto: Wer nicht hören will, muss eben leiden. Anachronismus und Hilflosigkeit machen sich breit. In vielen Marketingstrategien geht es nur darum, möglichst viel Reichweite und hohe Frequenz zu erlangen. Man darf sich gar nicht vorstellen, wie viel Geld mit dieser Art von “Werbestrategie” verbrannt wird. Eigentlich darf man überhaupt nicht von Strategie sprechen, aufgrund dieser ignoranten Einfältigkeit. Oder sollte man lieber von Einfallslosigkeit sprechen? Dabei ist es doch kein Geheimnis, dass reine Penetration zu nichts anderem als Ablehnung führt. Die hätte man auch günstiger haben können.

Sympathie und Bewunderung?

Sie kennen das bestimmt. Man fragt sich immer wieder, warum nur wenige Markenführer den Mut mitbringen, mal etwas Neues auszuprobieren. Etwas, das funktioniert. Etwas mit Idee und Nachhaltigkeit. Viele Marken machen den Eindruck, es gehe für sie nur noch darum, dabei zu sein. Und am lautesten nach Aufmerksamkeit zu schreien. Jeder wähnt sich in der Hoffnung, man würde erhört…Auffallen in der schier unendlich dunklen Weite an Werbung. Auffallen tut man jedoch nicht durch eine hohe Schlagzahl, sondern durch Inhalt, Strategie und eine gekonnte Auswahl der medialen Kanäle. Gutes Handwerk eben. Natürlich braucht man auch wiederkehrende Botschaften. Das gilt auch in sozialen Netzwerken. Doch gerade hier wird man schnell ignoriert, wenn man nur simpel seine Werbung wiederholt. Werbung ist halt schon lange keine Werbung mehr, sondern Kommunikation.

Experten für Experten.

Ein anderes Problem ist die Parallelwelt von Marketing und Kunden. Man hat das Gefühl der moderne Werbesprech wirkt lieber strategisch, als strategisch zu sein. Da wird dann von Targeting, inbound- und outbound, above und below the line, Content, Social, Generation X,Y,Z und Customer Relationship Management oder Corporate Social Responsibility gesprochen. Da ist von Corporate Identity, Balanced Scorecard und Brand Management die Rede. Themen wie ein nachhaltiger Markenaufbau werden immer noch zu selten entsprechend kompatibel kommuniziert. Es kann nicht nur Experten für Experten geben. Irgendjemand muss auch den KMU erklären, wie sich weltweite Regeln der Kommunikation verändern und warum eine professionelle Unternehmenskommunikation mit gutem Marketing notwendig ist. Stattdessen hat sich das Marketing in seinem Auftreten und seiner Sprache vom Werbebedürftigen abgewandt.

  1. Die Inhalte werden zu selten an den Bedürfnissen der Verbraucher ausgerichtet
  2. Man setzt zu häufig auf Penetration und überfordert damit die Aufnahmefähigkeit der Zielgruppen
  3. Werbung nutzt zwar alle Kanäle, versteht aber nicht mehr deren Wirkungsweise, bzw. Wechselwirkung

Strategischer Markenaufbau ist kein Luxus, er ist meine Eintrittskarte in den transparenten Markt von morgen.

Wer die Ehre hat, mit einem echten Marketingprofi zu sprechen (und ich meine einen echten Profi), merkt schnell, wie sehr dieser mit seinem Berufsstand hadert. Zu hohe Etats und zu viel Macht durch mangelndes Wissen beauftragender Unternehmen haben zu merkwürdigen Entwicklungen geführt. Das Marketing lenkt häufig ohne Strategie. Als Folge davon wird viel zu oft auf Sicht agiert und mit viel Geld um sich geworfen, ohne dass immer die Legitimation oder die Notwendigkeit dafür gegeben wäre. So auch eine Studie unter Marketingverantwortlichen, dass nur 40% der Budgets als sinnvoll und zielführend angesehen würden. Das bewirkt, dass der Mittelstand entweder Geld verbrennt oder kein Geld mehr für Marketing bereitstellen will. Entgegen dem Trend zu ganzheitlicher Unternehmenskommunikation und dringend notwendiger Differenzierung im globalen Wettbewerb.

Marketing hilf Von Werbung-2

Bild: Marquardt & Compaigne

Ich brauche das alles nicht.

Obwohl irgendwie alle merken, dass sich die Welt verändert gibt es wenig Grund zum Handeln. Marketing traut man scheinbar nicht zu, etwas Sinnvolles dazu beitragen zu können. Denn miese Erfahrungen mit “Marketingfuzzis” in Anzügen und das Image des Marketings haben der Branche einen schweren Stand gegeben. Sie wirkt ziellos und ohne Aufgabe. Doch so schön die Welt ohne Werbung sein mag, sie bleibt der Schlüssel zum Marktanteil. Gerade weil sich viele Unternehmen vor Aufträgen nicht retten können, ist eine solide und vorausschauende Markenarbeit notwendiger denn je. Der Markt ist eng. Er ist transparent. Und er ist rasant. Ihre Kunden sind längst überfordert. Nicht nur im Endkundengeschäft, sondern auch im Geschäftskundenbereich. Sinnvolle Werbung mit nachhaltigen Aspekten und bedürfnisorientierten Inhalten muss her, ansonsten wird sie noch weiter ausgegrenzt. Emotional und technisch. Was bleibt ist das, was der Nutzer sehen und hören will. Oder er geht weg.

Marketing hilf Von Werbung-3

Bild: Marquardt & Compaigne

Die Menschen retten sich. Aber wer rettet die Werbung?

Schnelligkeit und Übersättigung sind zwei grundlegende Probleme unserer Zeit. Werbung wird sich darin verlieren. Denn es ist alles morgen. Nichts ist mehr heute. Und gestern ist längst vergessen. Aber die Werbung ist immer noch da. Stolz, geradezu heroisch schreitet sie wacker durch den harten Wind der Echtzeitkommunikation. Alleine in der Weite von Social Media und mündigen Verbrauchern. Doch der Sand nagt an ihr. Er dringt in die Räder der Mechanik. Sie verliert an Kraft. Ihre Bedeutung lässt nach. Irgendwann wird sie verblassen und ein verstaubtes Relikt aus der Antike unserer Zeit sein. Wenn sie sich nicht anpasst und zu dem zurückfindet, was sie ursprünglich einmal war. Kommunikation aus ehrlicher Überzeugung und echten Inhalten.

Layout mode
Predefined Skins
Custom Colors
Choose your skin color
Patterns Background
Images Background